FDP KV Sigmaringen

Einigkeit beim Klimaschutz

der Jugendorganisationen

Der Schwarzwälder Bote berichtet folgendes über die Veranstaltung:
Unveränderter Originalbericht aus dem Schwarzwälder Bote vom 19.05.2019 / Von Susanne Conzelmann 19.05.2019 - 17:03 Uhr

Albstadt-Ebingen. Eine "Versachlichung der Klimadebatte" hatte Felix Gminder, Organisator der Podiumsdiskussion "Nur noch kurz die Welt retten?", anstoßen wollen. Dank der ausgezeichnet vorbereiteten Diskussionsteilnehmer, aber auch des gut informierten Publikums gelang dieses Unterfangen.

Auch die Moderatorin des Abends im Ebinger Spitalhof, Veronika Sordon, trug durch souveräne Gesprächsführung zu Fragen rund um den Klimawandel dazu bei. Neben Leonie Luippold von "Fridays for future Albstadt" waren Vertreter der Jugendparteien an der regen Diskussion beteiligt. Absagen musste kurzfristig ein Sprecher der "Grünen Jugend".

In erstaunlich vielen Bereichen zeichnete sich dabei bei Sebastian Mänder (Junge Union), Devis Szalai (Jugendorganisation der SPD) und Felix Gminder (Junge Liberale) ein Konsens ab. Unter anderem fanden sie lobende Worte für die Aktivitäten von "Fridays for future" und wünschten sich, dass sich dieses Engagement für eine bessere Zukunft auch in der Parteiarbeit niederschlägt.

Sebastian Mänder, mit 31 Jahren gut zehn Jahre älter als seine Mitdiskutanten, warb in vielen Sachfragen für europäische Lösungen, zum Beispiel beim Emissionshandel. Andererseits habe der Gemeinderat vor Ort ebenso viel Einfluss auf die Klimabilanz, durch Begrünung und Aufforstung, durch Sanierung und Nutzung von regenerativer Energie. Klar sprach er sich gegen Dieselfahrverbote aus, es dürfe nicht sein, dass der betrogene Bürger auch noch die Rechnung zahlen müsse.

Diese Meinung vertrat auch Felix Gminder. Der Student wies darauf hin, dass von Fahrverboten nur die populistischen Parteien profitierten. Sein Lösungsansatz: "Bewusstsein schaffen statt verbieten". Albstadtweit wünscht er sich eine Revitalisierung der Talgangbahn und fordert kleine Schritte wie das Aufstellen von Mülleimern auch entlang der Wanderwege und Fahrradstrecken. Ein Verzicht auf das Auto falle leichter, so Gminder, wenn das Alternativangebot Bus und Bahn gut ausgebaut sei. Einen besseren Öffentlichen Nahverkehr haben sich alle Jungpolitiker auf die Fahnen geschrieben und möchten in der Kommunalpolitik dabei an einem Strang ziehen: "In Farben getrennt, in der Sache vereint" gab Gminder als Losung aus.

Dem Juso Devis Szalai liegt besonders der Artenschutz und die artgerechte Tierhaltung am Herzen. Eine Lanze brach er für das Wasserstoffauto, E-Mobilität hält er, auch da im Konsens mit den anderen, für zu umweltbelastend in der Herstellung und zu teuer in der Anschaffung. Das Budget, das für Klimaschutz zur Verfügung stehe, solle gut überlegt eingesetzt werden, auch setzt er verstärkt auf Innovatives aus der Forschung.

"Verbraucher haben große Macht", hielt Leonie Luippold dem Einwand entgegen, dass Einzelne ja nichts verändern könnten. "Der freie Bürger muss auch mündig sein", andernfalls helfe nur eine strengere Reglementierung. Sie forderte eine neue Kampagne gegen die Vermüllung und möchte öffentliche Gebäude mit erneuerbarer Energie versorgen. Gut findet sie das Verbot des Einwegplastiks, Sorgen macht sie sich um Erderwärmung.

Da, so bemängeln auch ihre Sitznachbarn, das Pariser Abkommen nicht bindend sei, sei das Klimaziel von 1,5 Grad Erderwärmung nicht zu schaffen. Eine junge Frau aus dem Publikum merkt an, dass sie sich als junger Mensch von der Politik mit den Anliegen der "Fridays for future"-Bewegung nicht ernstgenommen fühle, Beschimpfungen und Spott stärkten das Vertrauen in die Politik nicht.

Dennoch warb Felix Gminder abschließend für eine hohe Wahlbeteiligung bei den anstehenden Kommunalwahlen, gerade unter den Erstwählern. Denn das, was jetzt entschieden und auf den Weg gebracht werde, betreffe vor allem die jüngere Generation. Dass die Jugend durchaus politisiert ist, zeigte sich durch die Fragen und Einwände der Zuhörer, überwiegend waren diese zwischen 15 und 21 Jahre alt.

Bildquelle: Schwarzwälder Bote / Susanne Conzelmann

Originalbericht des Schwarzwälder Boten