FDP KV Sigmaringen

Tag der Landwirtschaft 2019

veranstaltet durch den Kreisbauernverband Biberach-Sigmaringen e.V.

Der Kreisbauernverband Biberach-Sigmaringen e.V. ludt verschiedene Volksvertreter aus der Region ein, um die Wichtigkeit von regionalen Erzeugern in der Region für die Region zu verdeutlichen. Hierbei wurde die aktuelle Situation anhand zweier Betriebe aus dem Landkreis Sigmaringen verdeutlicht. Wichtige Vertreter und Teilnehmer an der Veranstaltung waren unter anderem:

- Klaus Burger, MdL
- Stefanie Bürkle, Landrätin Lkr. Sigmaringen
- Niklas Kreeb, Kreisgeschäftsführer KBV Biberach-Sigmaringen e.V.
- Familie Schwörer, Birkhof Ei Schwörer GbR
- Karl Endriß, Landwirtschaftsmeister
- und viele andere

Der Tag begann mit einem Frühstück, bereitet von den Landfrauen. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass alle Zutaten aus regionalen Betrieben stammten.

Nach der Begrüßung durch Herrn Niklas Kreeb, betonte Frau Landrätin Bürkle, wie wichtig es ist, dass die Nahrungsproduktion regionaler Bestandteil der Gesellschaft bleiben, die Böden auch für die Zukunft erhalten und das Artensterben, insbesondere das Bienensterben, aufgehalten werden muss.

Martin Schwörer, Geschäftsführer der Birkhof Ei GbR, begann mit dem geschichtlichen Hintergrund des ca. 500 Jahre alten Hofes. Er leitete über, dass bereits schon vor einigen Jahren der Zahn der Zeit erkannt und von der Käfighaltung auf die Bodenhaltung umgestellt wurde. Der Kundenkreis der Birkhof Ei GbR ist sehr groß. Er reicht von Ulm bis an den Bodensee und vom Schwarzwald bis nach Stuttgart. Die jährliche Kilometerlaufleistung der Fahrzeugflotte beträgt ca. 500.000 km. Es wird bei der Belieferung von Kunden keinen Unterschied gemacht, ob dies große oder kleine Betriebe sind. Beliefert wird jeder Kunde, der die Produkte beziehen möchte. Ein aktuelles Thema ist auch die Aufzucht von sogenannten Bruderküken. In Deutschland wird allerdings kein einziges männliches Küken geschreddert, wie den Medien fälschlicherweise entnommen werden kann. Vielmehr werden diese Küken dazu verwendet um zum Beispiel die Storchenaufzucht in Salem zu unterstützen. Eine Aufzucht dieser Küken wäre wirtschaftlich nicht tragbar, da es für das Fleisch auch keine Abnehmer geben würde. Die Alternative bei einem Verbot des Verkaufs der Bruderküken wäre der Import von Nagetieren aus Osteuropa. Ob man sich eine Storchenaufzucht mit Ratten aus Osteuropa vorstellen mag, bleibt jedoch jedem selbst überlassen, betonte Martin Schwörer. Eine große Diskrepanz gibt es auch zwischen den politischen bzw. wirtschaftlichen Zwängen und dem gesellschaftlichem Ansehen. Dies wurde an einigen Beispielen verdeutlicht. Die Birkhof Ei GbR produziert jährlich ca. 10.000.000 Eier. Alleine Albstadt im Zollernalbkreis hat einen Bedarf von 12.300.000 Eiern pro Jahr. Diese Zahlen verdeutlichen, wie viele Produktionsstätten es überhaupt erst geben muss, um die Bürger in Deutschland mit Eiern zu versorgen. Da verwundert es nicht, dass es die 10er-Packung Eier beim Discounter mit Eiern aus den Niederlanden für nur 1,09 EUR geben kann.

Die zweite Besichtigung an diesem Tage fand in Neufra nahe Gammertingen statt. Stefan Obermeier, Leitender Fachbeamter für Flurneuordnung, erläuterte in einfachen Worten und plakativen Beispielen, wie eine Flurneuordnung funktioniert, von welchem zeitlichen Horizont gesprochen wird als auch welche Probleme es bei einer solchen Neuordnung gibt. Wichtig dabei ist, dass die Grundstücke auch in der Zukunft am Markt teilnehmen können. Die derzeitige Flurneuordnung um Neufra ist in vollem Gange und wird, sofern es keine großen Komplikationen oder Störungen gibt, ca. 2030 abgeschlossen sein.
Apl. Prof. Dr. Martin Dieterich, Fg. Landschaftsökologie und Vegetationskunde an der Universität Hohenheim, erklärte, dass der Naturschutz die Landwirtschaft benötige. Weil bestimmte Thematiken angegangen wurden ist die Landwirtschaft und der Naturschutz so viel weiter als vor 20 Jahren. Eine Kulturlandschaft wie im Landkreis Sigmaringen kann nur entstehen, wenn auch Landwirtschaft betrieben wird. Alleine schon aus diesem Grund sollte die Politik die Landwirte keinesfalls vernachlässigen, denn die Kulturlandschaft zieht jährlich Millionen von Touristen an. Die Region ist reich an Flora und Fauna und hat verschiedene Lebensraumtypen sowie Landschaftselemente vorzuweisen. Das Ziel muss sein, für die inanspruchgenommene Landfläche einen gesunden Ausgleich zu schaffen (Eingriffs-/Ausgleichsregelung).

Herzlichen Dank für diesen sehr informativen Informationstag. Er hat mehr als verdeutlicht, mit welchen Hürden einzelne Betriebe, Landwirte zu kämpfen haben und wie viele Menschen davon letztendlich profitieren. Den ländlichen Erzeugern muss mehr Gehör verschafft werden.

Florian Lessner

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